Such dein Glück

Such dein Glück

Es war einmal ein kleiner fetter hässlicher Frosch der ging des Wegs um sein Glück zu finden. Doch fand ers nicht. Nicht unter dem Stein. Nicht unter dem Baum. Nicht unter dem Moos. Da ward der Frosch zutiefst traurig und wollte sich verkriechen in seinem Sumpf. Doch als er fast in sein warmes Zuhause konnte, da kam ein Storch. Der Storch fragte ihn „Was willst du kleiner hässlicher fetter Frosch, ich gewähre dir einen Wunsch bevor du stirbst!“
»Quak, quak, quak!« klagte der Frosch sein Leid. »Ach gib mir doch eine Gemahlin, eine mit der ich im Frühling auf den Seerosen sitzen kann und singen! Ein Weib das mich liebt so wie ich bin, ach ach schau mich doch an!« Vom Mitleid gepackt schnappte der Storch den Frosch, sodass er dachte sein letztes Stündlein hätte geschlagen, doch er hievte ihn auf seinen Rücken und sie flogen über das weite Land.
Immerzu fragte der Frosch »Wann sind wir da Storch? Wann?« Der Storch antwortete nicht und flog weiter übers Land übers Azurblaue Meer und über fremde Gebiete, die der Frosch nicht kannte.
Es duftete fremd, die Bäume waren anders, ganz anders, dort gab es weniger Tümpel und auch die Menschen schienen eine andere Farbe zu haben. Irgendwann gegen Mittag landete der Storch, die Sonne blendete und schien unermüdlich auf sie herab. »Hier finde ich meines, mein kleiner fetter hässlicher Freund, such dir auch ein Weib, und lass dich nie wieder blicken, ansonsten bist du meine Vorspeise!« Der Frosch schluckte und machte mit ein Paar Sätzchen sich aus dem Staub. Da wo er einen Tümpel zu sehen glaubte, war keiner. Da wo er glaubte er hätte sein Glück gefunden, war keines. Stunden über stunden musste der Frosch über trockenen Boden hüpfen. Wann war das letze mal als er sich sein Zuhause vorstellen konnte? Vor Tagen! Er wusste nicht einmal mehr wie Wasser aussah!
Traurig und wütend quakte er durchs Trockene, dieser verfluchte Storch! Lieber wär es ihm gewesen aufgespießt auf seinem verfluchten Schnabel zu sein, als das er weiter herumirren sollte bis an sein Lebensende. Getrieben vom Hunger und vom Durst wurde er schneller, sah nichts mehr spürte nichts mehr, als ihm etwas aus seiner Trance riss. Ein Sandsturm! Das hätte im gerade noch gefehlt! Leblos ließ er sich treiben, einfach dahin gehen, ihm war es egal, was würde es ihm schon bringen, für so hässliche fette kleine Fröschlein wie ihn sollte es einfach kein Weib geben.
Als der Frosch die schmerzenden Augen aufriss glaubte er, er sei im Himmel. Im Himmel der braun gefärbten Menschen. Er sah Wasser. Er sah lauter kleine hübsche Weiblein die vor ihm rum quackten. Er blinzelte vielleicht sollte das ein Traum im Tod sein? Nein das konnte nicht sein, sein Herzchen machte Purzelbäume. Eine etwas vergraute alte Froschdame kam auf ihn zu. »Mein Junge, es ist ein Segen das Ihr gekommen seid! All meine kleinen Mädchen suchen einen Gemahl. Oh weh! Mein Gatte sollte ihnen ihre Männlein bringen doch starben sie auf dem Weg, ach such dir doch eine Tochter aus!« Mit einem seufzen streckte sie ihre faltigen Froschhändchen zu den Mädchen die vom Leid nichts wussten. »Ach such dir eine aus!« wiederholte sie sich und führte ihn zu den kleinen Fröschlein. Was war das für ein Glück! Gerade eben, vor Stunden, dachte er er würde umkommen, und nun? Und nun sollte er ein Weib haben, eines schöner als das andere. »Ihr seid zu gütig, so gütig!« jauchzte der Frosch und nahm das jüngste und schönste als sein Weibe. Und von Generation zu Generation erzählen sich die Frösche am Teich in der Wüste was der Urvater durchleben musste, und das es nie falsch ist zu kämpfen, egal wie hässlich, wie fett oder wie klein man auch ist.

Veröffentlicht in:  on November 11, 2008 at 5:33 Kommentar schreiben
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Fernbeziehung

Liebe…

…muss nicht gleich nach dem ersten Kuss anfangen.

Sehnsucht…

…muss nicht gleich nach dem Tschüss anfangen.

Einsamkeit…

…muss nicht gleich ohne Jemanden haben anfangen.

Aber eine FERNBEZIEHUNG…

…fängt mit dem ersten Kilometer an.

Veröffentlicht in:  on Oktober 22, 2008 at 7:17 Kommentar schreiben
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Rache ist bitter

Forgot to feel

Forgot to feel

Heute ist der Tag, ja heute, heute verbringe ich mein Werk, mein Racheakt, mein Sieg.
Es regnet in strömen, schnell rinnt es am Fenster runter, ich wünschte es wäre sein Blut. Die Erde erzittert vom getöse des Donners. Ja verschling doch all das übel! Ja die Welt soll nur erschüttert werden, denn ich möchte meine Rache ausüben, ich möchte ihm alles heimzahlen was er mir angetan hat, ich hasse ihn.
Langsam trete ich aus der Tür, der Wind peitscht mir den Regen scharf ins Gesicht, ich schmecke mein Blut vermischt mir Regen. Immer Zielgerade gehe ich auf den Treffpunkt zu mein Messer versteckt in einer Brusttasche. Oh ja, nun werde ich mein Werk vollbringen, er soll unter dem Messer Leiden, so wie ich litt, er soll qualvoll zu Grunde gehen, an dem was er mir angetan hat, unverzeihlich.
Unter der Bahnübergangs Brücke warte ich, ich warte, ein Zug donnert über mir vorbei, der zweite Zug. Verdammt! Ich fluche laut, was soll das? Er sollte kommen!
Ein kaum erkenntlicher Schatten nähert sich, immer mehr sehe ich seine Umrisse, sie kommen auf mich zu und wollen mich umarmen. Wie gut er doch aussieht, doch ich entreisse mich, ich höre ein Vergib mir, lass Gnade vor Recht walten, doch ich möchte es nicht hören. Die Schmerzen zu groß als das ich ihm vergeben könnte. Ich höre ihn sagen, ich spüre deinen Schmerz, ich spüre das deine Seele weint, doch es ist mir Egal. Voller Hass und Verzweiflung brüll ich zurück, Versuch doch mal eine kaputte Seele zuflicken, jede Wunde kannst man heilen, nur meine nicht.
Mehrere male stech ich, ich möchte sein Herz treffen, welches mich anlügt, welches mir die nie Wahrheit erzählt, welches mich verletzt.
Nun liegt er da, mit einem grinsen, ich denk mir, warum? Er war doch viel stärker als ich, wieso wehrte er sich nicht? Verwirrung macht sich in meinem Kopf breit, doch dann merk ich, es war Liebe die in schwach machte, unerbitterliche Liebe.
Er beugte sich, weil er mich doch liebte, er beugte sich, weil er mir Vergeben hat, so möchte ich ihm auch Vergeben, in all meinem Hass war ich blind, blind vor Liebe, wie man so schön sagt?
Welch Selbstironie, er liegt im Regen auf dem Boden, das Blut vermischt sich und rinnt wie das Wasser am Fenster die Straße hinunter. Langsam stehe ich auf, ich wanke, ritze unsere Initialien in einen nahe stehenden Baum, ramm es tief ins Holz, mit aller Kraft die ich aufbringen kann. Auch der Baum blutet.
Auch wenn es dunkel ist, das Blut des Baumes, wandert langsam den Stamm hinunter, lässt sich nicht von Wind und Wetter beeindrucken, geht seinen Weg.
Ich liebe dich, ich liebe dich, flüstere ich, während ich auf die Leiche zu laufe, Weine bitterlich, schmecke auch diesmal Blut, aber nicht meines, ich schmecke seines.
Wie witzig, immer wieder machte ich mich drüber lustig das jemand aus Kummer stirbt, doch ich sollte nicht alles so, so, ich weiß nicht, ja alles in den Dreck ziehen, ich sollte anfangen, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden, doch es sollte nicht soweit kommen.

Am nächsten Morgen fand ein Mann der seinen Hund Gassi führen wollte die zwei Leichen, das Messer und die Narben im Baum. Ein wenig später traf die Polizei ein, jemand sagte, Schau, ich bin schon siebenundzwanzig Jahre verheiratet, alles Fit in der Ehe, und hier ein Paar hyperaktive Kinder stechen sich ab, ritzen Bäume kaputt und denken die Welt wäre so besser.
Wie Herzlos der Mensch doch war, wie verständnisslos. Am liebsten hätte ich ihn auch mit umgebracht, aber das geht ja nicht mehr, Tote können nicht Morden, Tote können keine Rache mehr ausüben, schade drum.
Aber sollte ich nichts gelernt haben? Rache ist nicht süß wie so immer behauptet wird Rache schmeckt wie Blut und Tränen vermischt, Rache schmeckt bitter.

Habe ich aus meinem Dokumentenspeicher rausgegruschtelt.

Veröffentlicht in:  on August 5, 2008 at 9:31 Kommentare (2)
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Wettbewerbsbeitrag

♥ ?

♥ ?

In meinem Leinenkleid kann ich kaum rennen, es ist zu finster um den Weg zu erkennen, Äste peitschen mein Gesicht, und immer wieder diese schmalen roten Augen, sie machen mir Angst. Ich kann nicht mehr ich schreie und falle, sicher das hört keiner aber ich schreie aus Leibeskräften. Die Gefühle die ich empfinde scheinen mich zu erdrücken, es sind aber nicht die meinen, ich schreie aus Angst und vor Liebe. Liebe? Woher kommt dieses Gefühl? Ich bin doch schon immer ein Eisklotz gewesen, der nie zu schmelzen schien, ich konnte keine Liebe empfinden, doch was dieses Gefühl da. Es durchströmte meinen kalten Körper, mir wurde warm, oder war es diese Hand auf meiner Schulter? Aber woher kam diese Hand? Ich bin zu schwach zum schreien, mir tut alles weh, ich liege halb nackt im Dreck und warte bis mein Ende kommt.
Eine warme Zunge leckt mir meinen Hals, ich fang an zu Wimmer, die warme Hand von meiner Schulter hält mich fest, zu fest um überhaupt zu entkommen. Die roten Augen schauen mich traurig an, ein Feuer brennt in ihnen das ich zuvor nie erkannte, es war schön, es war voller Hass und Liebe, es schien ein Kampf der Gerechtigkeit in dem Wesen vor zu gehen, ich kann es immer noch nicht erkennen. Ich spüre seine Gedanken, es liebt mich, ein unangenehmer Gedanke, doch auch seine Liebe durchströmt mich, ich spüre den Schmerz den es ausgestanden hat, verdammt wieso bin ich ein Barue? Sind wir nicht alle ein Geschöpf Gottes, aber wieso musste ausgerechnet ich die Fähigkeit bekommen des anderen zu Fühlen zu Denken? Wieso wurde ich deswegen ausgestoßen aus meiner Grafen Familie? Ich sehe doch aus wie ein jedes andere Geschöpf Gottes, Schön und Anmutig, doch mit starren schwarzen Augen und weißem Haar, zu jung für weißes Haar. Wieso mach ich mir ausgerechnet jetzt Gedanken wieso ich der Menschheit Abschaum bin? Ich bin ein Wesen Gottes, Schön und Anmutig, bestimmt für den Tod. Meine Eltern wussten es schon immer! Der Schmerz des Abschieds würde sie zerreisen, der Schmerz. Ich schreie Laut Vater, doch das hört nur das Wesen, es fällt über mich her entkleidet mich ganz, es nutzt mich aus, ich blute, mein Herz blutet, ich weiß nicht mehr, ich weiß gar nichts, ich spüre nichts mehr, keine Gedanken keine Gefühle, ist das etwa der Preis für die Befreiung?

Vorgegeben war das der Text sich um Barues drehen soll, welche die Gefühle anderer Menschen spüren können.