Was soll ich fühlen?
Unter einem alten knorrigen Baum irgendwo in der Steppe Afrikas wurden einmal sieben Löwenbabies geboren. Die kleinen gähnten und streckten sich, begrüßten den Morgentau und legten sich zur Mutter. Nur eines nicht. Der älteste war sich sicher das er kein Herz hatte. Keine Gefühle, nichts. Mit den Schatten des Baumes wuchs der Löwe. Er sah wie seine Brüdern und Schwestern herum tollten, ihre Jugend genoßen, doch er stand alleine neben allen anderen und beobachtete sie.
Eines Tages schickte ihn sein Vater hinaus in die weite Welt. »Was will ich mit dir Sohn? Du wärst des Thrones nicht würdig, geh geh hinfort und lern was es zu leben heißt!«
Darauf hin ging er immer nördlicher und nördlicher, das Gras wurde grün, die Blumen bunt wie ein Regenbogen. Dort traf er auf Vögel die so bunt waren, als hätten sie lauter Blumen im Gefieder. »Ihr bunten Vögel, sagt mir doch was soll ich fühlen, wie fühlen, was fühlen, so helft mir doch!« Ohne den Löwen zu beachten schnatterten die Papageien ohne Pause. Sie redeten und redeten, sahen zufrieden aus.
Für den kleinen ging die Reise fort, in Ländern wo das Gras immer so saftig war, als wäre der Morgentau noch nicht verdunstet. Dort traf er auf Schafe, braun, schwarz, weiße und gefleckte. »Ihr dummen Schafe, sagt mir doch was soll ich fühlen, wie fühlen, was fühlen, so helft mir doch!« »Mäh, mäh!« Machten sie immerzu, und kümmerten sich nicht um den Löwen der inzwischen so groß war das er hätte ihnen gefährlich kommen können. Sie allesamt waren unbekümmert und grasten vor sich hin.
Emotionslos ging er weiter, diesmal zog es ihm zu den Bergen. Zwischen dem Eis und den Bergspitzen die in den Wolken versanken, kämpften Widder um eine Dame. »Ihr Liebeskranken Tiere, sagt mir doch was soll ich fühlen, wie fühlen, was fühlen, so helft mir doch!« Ohne auch nur sich nur die Anwesenheit des Löwen anmerken zu lassen, stießen die Widder abermals gegeneinander. Der damals klein gewesene Löwe war nun alt, er legte sich auf den kalten Boden und beobachteten die Tiere. Der stärkere der Widder nahm ein hübsches Widder Weibchen und stolzierte herum.
Auf einmal kam dem Löwen die Erleuchtung. Was wollte er hier in den Bergen? Er gehörte in die Savane, dort wo es immer stechend heiß ist, bei seinen Geschwister und Eltern. Es überkam ihm ein Gefühl das er bisher immer unterdrückt schien. Heimweh. Trauer legte sich über seine müden und alten Glieder. Was hatte er in seinem Leben alles versäumt und gesucht, was schon immer bei ihm war? Die Papageien ihre Gesellschaft, die unbesorgten Schafe, die Brunft der Widder? Hätte er nicht all dies erleben können, wenn sich seine Augen früher aufgetan hätten? Träge setze sich der Löwe in Bewegung, er überquerte tausende Flüsse in seinem Leben, doch dieser schien zu breit. Er ertrank. Sein Leben war vorbei, bevor er leben konnte als er Begriff.
Was soll ich fühlen?
Maskenspiel?

Maskenspiel
Es hat plötzlich begonnen,
ich weiß nicht wieso und warum.
Je öfters sich unsere Blicke kreuzten,
desto mehr war ich Feuer und Flamme.
Aber eins weiß ich nun,
ich habe meine Zeit verschwendet.
Von Anfang an wirkte es irreal,
als ob das alles wahr sein könnte!
Ich habe mein bestes gegeben,
doch brachte es mir am Ende nichts.
Es ist egal, wie oft ich mich bemüht habe,
du wirst dich trotzdem nicht an mich erinnern.
Ich habs dir nicht übel genommen,
als du keine Zeit mehr hattest.
Aber dann hast du mich vergessen,
ich kann dich aber nicht vergessen!
Wieviel Wert hatte dies alles für dich,
wie wertvoll war diese Freundschaft?
Immer wieder wollte ich dich verstehen,
du aber anscheinend nicht mich!
Aber ich erkannte leider erst hinterher,
wie dein wahres Gesicht aussieht.
Doch das bringt mich jetzt nichts,
du hast mich vergessen!
Wettbewerbsbeitrag
♥ ?
In meinem Leinenkleid kann ich kaum rennen, es ist zu finster um den Weg zu erkennen, Äste peitschen mein Gesicht, und immer wieder diese schmalen roten Augen, sie machen mir Angst. Ich kann nicht mehr ich schreie und falle, sicher das hört keiner aber ich schreie aus Leibeskräften. Die Gefühle die ich empfinde scheinen mich zu erdrücken, es sind aber nicht die meinen, ich schreie aus Angst und vor Liebe. Liebe? Woher kommt dieses Gefühl? Ich bin doch schon immer ein Eisklotz gewesen, der nie zu schmelzen schien, ich konnte keine Liebe empfinden, doch was dieses Gefühl da. Es durchströmte meinen kalten Körper, mir wurde warm, oder war es diese Hand auf meiner Schulter? Aber woher kam diese Hand? Ich bin zu schwach zum schreien, mir tut alles weh, ich liege halb nackt im Dreck und warte bis mein Ende kommt.
Eine warme Zunge leckt mir meinen Hals, ich fang an zu Wimmer, die warme Hand von meiner Schulter hält mich fest, zu fest um überhaupt zu entkommen. Die roten Augen schauen mich traurig an, ein Feuer brennt in ihnen das ich zuvor nie erkannte, es war schön, es war voller Hass und Liebe, es schien ein Kampf der Gerechtigkeit in dem Wesen vor zu gehen, ich kann es immer noch nicht erkennen. Ich spüre seine Gedanken, es liebt mich, ein unangenehmer Gedanke, doch auch seine Liebe durchströmt mich, ich spüre den Schmerz den es ausgestanden hat, verdammt wieso bin ich ein Barue? Sind wir nicht alle ein Geschöpf Gottes, aber wieso musste ausgerechnet ich die Fähigkeit bekommen des anderen zu Fühlen zu Denken? Wieso wurde ich deswegen ausgestoßen aus meiner Grafen Familie? Ich sehe doch aus wie ein jedes andere Geschöpf Gottes, Schön und Anmutig, doch mit starren schwarzen Augen und weißem Haar, zu jung für weißes Haar. Wieso mach ich mir ausgerechnet jetzt Gedanken wieso ich der Menschheit Abschaum bin? Ich bin ein Wesen Gottes, Schön und Anmutig, bestimmt für den Tod. Meine Eltern wussten es schon immer! Der Schmerz des Abschieds würde sie zerreisen, der Schmerz. Ich schreie Laut Vater, doch das hört nur das Wesen, es fällt über mich her entkleidet mich ganz, es nutzt mich aus, ich blute, mein Herz blutet, ich weiß nicht mehr, ich weiß gar nichts, ich spüre nichts mehr, keine Gedanken keine Gefühle, ist das etwa der Preis für die Befreiung?
Vorgegeben war das der Text sich um Barues drehen soll, welche die Gefühle anderer Menschen spüren können.